Ayurveda-Glossar

In diesem Blogartikel habe ich dir Begriffe in einem Ayurveda-Glossar zum Nachlesen zusammengestellt. Nach und nach werde ich diesen Artikel vervollständigen. Und wenn dir noch ein Begriff fehlt, dann melde dich gerne bei mir und ich trage ihn nach.

Warum ein Ayurveda-Glossar?

Als ich anfing, mich mit dem Ayurveda zu beschäftigen, kam ich mit vielen Begriffen nicht klar und wusste nicht, wovon die Ayurvedis da so reden oder was sie meinen. Damals hätte ich mir so ein Ayurveda-Glossar oder Wörterbuch gewünscht. Und vielleicht stehst du auch am Anfang deiner ‚Ayurveda-Karriere‘ und das Ayurveda-Glossar unterstützt dich.

Agni

Im Ayurveda wird Agni als Verdauungsfeuer bezeichnet. Agni lodert je nach Konstitutionstyp, Lifestyle, Tages- und Jahreszeit sehr unterschiedlich. Mittags um ca. 12 Uhr ist es am stärksten, dafür morgens und abends eher schwächer. Weil das gar nicht immer so leicht ist mit der guten Verdauung, habe ich hier dir hier ein paar Tipps aus dem Ayurveda zur Stärkung deiner Verdauung aufgelistet.

Ama

Ama bedeutet im Ayurveda roh oder unverdaut. Es wird als eine Ansammlung von Schlacken und Giftstoffen angesehen und du kannst es dir als klebrige Masse vorstellen, die sich in deinem Körper ablagert und mit der Zeit Gefäße, Gewebe, Energiekanäle (Srotas) und Organe verstopft. Ama entsteht zum Beispiel, wenn du isst, bevor du deine letzte Mahlzeit verdaut hast oder bevor du Hunger hast. Es kann sich bilden, wenn du häufig snackst. Oder auch, wenn du oft fettige und schwer verdauliche Mahlzeiten zu dir nimmst. Mehr darüber kannst du hier nachlesen.

Ashwagandha

Ashwagandha ist eine Pflanze der Gruppe der Nachtschattengewächse und bedeutet übersetzt aus Sanskrit „Geruch des Pferdes“. Hierzulande wird es auch Indischer Ginseng oder Schlafbeere genannt und wird bei stressbedingten Schlafstörungen und zur Stärkung der Schilddrüse eingesetzt.

Ayurveda

Ayurveda bedeutet so viel wie die Wissenschaft des Lebens. Er ist ein über fünftausend Jahre altes, ganzheitliches Heil- und Medizinsystem, das auch philosophische, spirituelle und architektonische Komponenten umfasst. Er strebt Gesundheit, Achtsamkeit, Zufriedenheit und Ausgeglichenheit an. Der Ayurveda betrifft nicht nur Ernährung, sondern auch Tagesroutinen, Reinigungen und Ökofaktoren.

Detox

Ein Detox ist eine Art Entgiftung, Frühling und Herbst sind eine gute Zeit, um zu entgiften und ein Detox durchzuführen. In diesem Artikel habe ich dir Fragen und ihre Antworten aufgeführt, die häufig bei einem ayurvedischen Detox aufkommen können. Die häufigsten Fragen und ihre Antworten kannst du hier lesen. Es ist keine Fastenkur, sondern du ernährst dich vollwertig und vegan bzw. vegetarisch.

Ayurveda-Glossar Detox Fused water

Doshas/ Tridoshas

Dieser Begriff darf in einem Ayurveda-Glossar wahrscheinlich nicht fehlen. Die drei Doshas Kapha, Pitta und Vata sind Bioenergien, die sich aus jeweils aus zwei der fünf Elemente (s. u. Elemente) zusammensetzen. Sie sind verantwortlich für körperliche Strukturen und Stoffwechselvorgänge. Wir alle bestehen zu ganz individuellen Anteilen aus diesen drei Doshas, wie auch alle anderen Teile der Welt. Wir sind der Mikrokosmos im Makrokosmos (Zitat von Dr. Janna Scharfenberg).

Elemente

Im Ayurveda finden wir 5 Naturelemente, die alles formen: die Welt, die Natur sowie dich und mich.

  • Erde: Diesem Element werden feste Strukturen zugeordnet. In deinem Körper z. B. in deinen Knochen; Nägeln und Knorpel.
  • Wasser: in deinem Körper kannst du Wasser in allen flüssigen Bestandteilen findet, z. B. in deinem Blut und Verdauungssäften.
  • Feuer: dieses Element bezeichnet im übertragenen Sinne deinen Stoffwechsel, sei es im Verdauungstrakt oder auch in deinem Gehirn.
  • Luft findest du nicht nur in deiner Atmung, sondern im ayurvedischen Sinne auch in den Bewegungen deiner Muskeln, wie im Herz und deiner Nerven oder deines Darmtraktes.
  • Äther/ Raum: dieses Element kannst du dir vielleicht am schwierigsten vorstellen. In deinem Körper findest du es z. B. in Hohlräumen wie deinem Magen-Darm-Trakt oder Brustkorb vor.

Ghee

Bei Ghee handelt es sich um geklärte Butter, das sehr einfach selber herzustellen ist. Es besteht aus dem reinen Fett der Butter und ist ein richtiges Allround-Talent. Du kannst es zum Kochen, Braten und Backen benutzen sowie zum Ölziehen als auch zur Hautpflege. Ein Rezept für Ghee habe ich dir hier verlinkt.

Kapha

Das Kapha-Dosha setzt sich aus den Elementen Wasser und Erde zusammen. Diese Dosha steht für Stabilität und hat die Eigenschaften feucht, kalt und schwer. Menschen mit dieser Konstitution sind oft gemütlich, friedlich, familiär, geduldig und zum Anschmiegen. Sie können bei einer Dysbalance auch schon mal träge, müde unf schläfrig sein und zu Wassereinlagerungen (sog. Ödeme), Allergien und schleimigen Erkältungen neigen. Zum Ausgleich protieren sie von Trockenheit, Wärme und Leichtigkeit sowie Bewegung und loslassen. Im Jahreszyklus beginnt die Kapha-Zeit Mitte Februar und Ende Mitte Juni. Die Kapha-Lebenszeit beginnt mit der Geburt und endet mit Pubertät.

Kitchari

Kitchari ist DAS entlastende Gericht schlechthin. Es ist für alle 3 Doshas gut geeignet, v. a. in einem Detox. Du kannst es vorkochen und über den Tag verteilt mit frischem Gemüse ‚aufpimpen‘. Ein einfaches Gericht und mehr zu dem Thema kannst du hier lesen.

Konstitution/ Konstitutionstyp

Bei der ayurvedischen Konstitution werden die drei Konstitutionstypen Kapha, Pitta, Vata und vier Mischtypen unterschieden. Häufig wiegt ein Dosha vor. Wir bestehen alle aus allen drei Doshas. Wenn du einmal einen Test online durchführen willst, habe ich dir hier einen verlinkt. Für eine genaue Analyse lässt du dich besser individuell beraten. Bei Interesse melde dich gerne bei mir, denn dieses Thema ist zu groß für einen Ayurveda-Glossar.

Morgenroutine

Die ayurvedische Morgenroutine unterstützt dich in deinem Daily-Detox-Programm. Sie kann dich bereichern und schenkt dir einen schönen Fokus auf deinen Tag. Sie ist keine To-do-Liste, sondern ein Selfcare-Tool. Über die ayurvedische Morgenroutine habe ich einen Blogartikel geschrieben. Sie kann aus Ölziehen, Zungeschaben, Wasser trinken, Meditation und Bewegung bestehen. Oder möchtest du vielleicht lieber journaln?

Ölziehen

Das Ölziehen ist in „aller Munde“ und Teil der ayurvedischen Morgenroutine. Natürlich kannst du das auch zu einer anderen Tageszeit machen, aber gerade morgens bietet sie sich an, da wir nachts Giftstoffe im Mund ansammeln. Das Ölziehen nimmt diese Rückstände auf und unterstützt dich somit bei deinem täglichen Detox. Außerdem hilft es u. a. gegen Entzündungen im Mund- und Rachenraum. Mehr zu dem Thema und auch zu den verschiedenen Ölen kannst du hier lesen.

Ojas

Ojas bedeutet soviel wie Vitalkraft oder Körperstärke. Sie sind feingewebliche Substanzen, die für uns so nicht zu greifen sind, aber großen Einfluss auf unser Wohlbefinden haben. Sie sind wichtig für unsere Immunabwehr und Lebensfreude sowie Fruchtbarkeit und Vitalität. Damit du ausreichend mit Ojas versorgt bist, braucht du ein starkes Agni und ausgewogene Ernährung und einen Dosha-angepassten Lifestyle. Ojas stehen in einem engen Verhältnis zum Kapha-Dosha.

Pitta

Das Pitta-Dosha setzt sich aus den Elementen Feuer und Wasser zusammen. Dieses Dosha steht für Transformation und gibt uns Zielstrebigkeit, guten Stoffwechsel und Durchhaltevermögen. Pitta-Menschen sind oft Macher:innen-Typen, die für eine Sache brennen und gerne auf der Überholspur sind. Zum Ausgleich profitieren sie von Abkühlung, Perfektionismus und Druck rausnehmen sowie die Geschmacksrichtungen bitter, süß und zusammenziehend integrieren. m Jahreszyklus beginnt die Pitta-Zeit Mitte Juni und endet Mitte Oktober.

Prakruti

Dies bezeichnet deinen Urzustand, quasi deine Grundkonstitution mit Körpermerkmalen und Charaktereigenschaften aus frühester Kindheit. Prakruti zeigt sich z. B. in deiner Augenfarbe. Medizinisch kann man es als Summe deiner Gene ansehen, im Gegensatz zu deinem Vikruti, dein Ist-Zustand.

Prana

Prana ist unsere Lebensenergie. Du kannst sie durch Meditationen, Atemübungen und z. B. Ashwagandha stärken. Diese Energie steht in engem Verhältnis zum Vata-Dosha.

Tridoshas

s. Doshas

Triphala

Das ist ein ayurvedisches Heilmittel, bestehend aus 3 gleichen Teilen aus Amlaki, Bibhitaka und Haritaki. Triphala wird z. B. zur sanften Anregung von Agni und deiner Verdauung benutzt. Es harmonisiert alle drei Doshas und hilft deinem Körper, Ama auszuscheiden. Mehr darüber kannst du hier lesen.

Vata

Das Vata-Dosha (Bioenergie) Vata setzt sich aus den Elementen Äther und Luft zusammen. Menschen mit dieser Konstitution sind oft kreativ, schnell, vielseitig interessiert, beweglich und schnell begeistert. Menschen mit viel Vata profitieren von Öl, regelmäßigen Tagesstrukturen und Routinen sowie von Wärme, um auch ihr sensibles Agni (Verdauungsfeuer) zu stärken. Sie können bei einer Dysbalance auch schon mal flatterig, unruhig, ängstlich und trocken werden, weil sie u. a. das Trinken und Essen vergessen und zwischendurch nur mal einen Keks essen. Im Jahreszyklus beginnt die Vata-Zeit Mitte Oktober und endet Mitte Februar.

Veden

Unter den Veden werden die ältesten Weisheiten der indischen Geschichte zusammengefasst, die vor über 5000 Jahren mündlich verbreitet wurden. Die Veden umfassen 4 wichtige Sektionen wie Rigveda, Yajurveda, Samaveda und Adharvaveda. Aus letzterem entwickelte sich der Ayurveda.

Vikruti

Vikruti bezeichnet deinen Ist-Zustand (im Gegensatz zum Prakruti, deiner Grundkonstitution). Dein Vikruti kann durch Lifestyle, Medikamenten, Agni etc. von deiner Ur-Balance abweichen und zu Dysbalancen und ggf. Krankheiten führen. Teilweise ist es schwierig, Prakruti von Vikruti zu unterscheiden, wenn Symptome und Verhaltensweisen schon lange bestehen. Im Ayurveda wird eine Balance deiner Grundkonstitution angestrebt.

Warme Mahlzeiten

Vielleicht hast du dich das schon einmal gefragt, warum die Ayurvedis am liebsten warm essen. Ganz einfach: Warme Mahlzeiten kann dein Körper besser verdauen. Er muss weniger Energie aufwenden, um deine Nahrung aufzuspalten. Und dir bleibt im Umkehrschluss mehr Energie für andere Dinge in deinem Leben. Einfache Rezepte verlinke ich dir hier für ayurvedisches Porridge und Ofengemüse.

Warmes Wasser

Wasser und besonders warmes Wasser trinken Ayurvedis gerne den ganzen Tag. Vor allem morgens vor dem Frühstück kurbelt warmes Wasser deinen Stoffwechsel und deine Verdauung an. Außerdem füllst du deine Wasserspeicher auf und hilft dir gegen Kopfschmerzen. Für mehr Tipps kannst du gerne hier weiterlesen. Dort findest du auch Rezepte, wie du dein Wasser noch schmackhafter kreieren kannst.

Zungenschaben

Das habe ich früher selber in einem Ayurveda-Glossar gesucht. Teil der Morgenroutine: nach dem Ölziehen steht das Zungenschaben auf deinem morgendlichen Detox-Plan. Dafür kannst du einfach einen Löffel benutzen und deine Zunge von oben bis zur Zungenspitze abziehen. Oder du benutzt einen Zungenschaber. Mehr dazu findest du in meinem Blogartikel ayurvedische Morgenroutine.

 

Ein Ayurveda-Glossar ist wahrscheinlich niemals fertig! Ich werde diesen Artikel immer wieder bearbeiten und vervollständigen. Wenn dir ein bestimmter Begriff fehlt, schreibe ihn mir gerne.

 

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©️ Fotos Canva.com

2 Kommentare

    1. Liebe Umani, vielen Dank für dein liebes Feedback. Das freut mich sehr, wenn du jetzt noch mehr über den Ayurveda verstanden hast. Liebe Grüße Susanne

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