Was ist der Unterschied zwischen Mesotherapie und PRP bei Haarausfall?

Kopfhaut mit braunen Haaren, in die eine gelbe Flüssigkeit gespritzt wird
Was ist der Unterschied zwischen Mesotherapie und PRP?

In diesem Blogartikel gehe ich auf die Unterschied und Gemeinsamkeiten von Mesotherapie und PRP (Platelet Rich Plasma) bei Haarausfall ein.

Ab wann spricht man von Haarausfall?

Haarverlust bei Frauen und Männern ist ein natürliches Phänomen. Auch bei gesunden Haarwurzeln fallen so im Durchschnitt täglich 100 Haare aus. Das fällt bei bis zu 150.000 Haaren auf dem Kopf auch nicht auf. Wenn es jedoch über einen längeren Zeitraum mehr als 100 Haare täglich sind, wird der Haarausfall als krankhaft angesehen (Alopezie). Es gibt verschiedene Formen des Haarausfalls und auch viele mögliche Ursachen.

Was ist eine Mesotherapie?

Der französischen Arzt Dr. Michel Pistor entwickelte die Mesotherapie bereits 1952. Sie ist ein minimalinvasives Verfahren, welches u. a. zur Schmerztherapie, Hautglättung und gegen Haarausfall eingesetzt wird. Es handelt sich um eine Injektionstechnik, bei der natürliche und aktive Wirkstoffe in kleinen Mengen in die mittlere Hautschicht eingespritzt werden, direkt am Wirkort. Mit der Injektion eines speziell zusammengestellten Wirkstoffcocktails in die Haut wird diese revitalisiert und ihre Erneuerung angeregt. Die Mesotherapie erhöht die Durchblutung der Haut, verbessert ihre Versorgung mit Wirkstoffen und sorgt somit für eine verbesserte Hautspannung und Verjüngung. Die Hautzellen regenerieren sich, die Haut bindet mehr Feuchtigkeit und strahlt wieder mehr Vitalität aus. Die Haarwurzeln werden optimal versorgt.

Bei welchen Arten von Haarausfall ist eine Mesotherapie sinnvoll?

Die Mesotherapie kann bei allen Arten von Haarverlust angewendet werden, unabhängig von der jeweiligen Ursache. Auch zur Vorbeugung von Haarausfall sowie zur Ergänzung einer Haartransplantation ist sie geeignet. Wichtig ist nur, dass die jeweiligen Haarwurzeln noch nicht abgestorben sind. Da die injizierte Lösung aus natürlichen Wirkstoffen besteht und gut vertragen wird, ist sie in der Regel auch für Allergiker:innen geeignet.

Gleichzeitig eignet sich die Mesotherapie auch als optimale Ergänzung zu einer Haartransplantation. Durch die Vitalisierung der Kopfhaut, können die Transplantate sich besser integrieren und das Spendeareal verheilt besser, da die Wundheilung im Zuge der Mehrdurchblutung begünstigt wird. Bei stressbedingtem Haarausfall kann die Mesotherapie dabei helfen, die Durchblutung der Kopfhaut wieder zu steigern und so einem Voranschreiten des Haarverlusts entgegenwirken.

Wirkung der Mesotherapie

 

Mit der Injektion entsteht ein Wirkstoff-Depot unter der Haut. Die winzigen Einstiche in das Gewebe fördern neben dem Einbringen von Wirkstoffe die bessere Durchblutung und die Sauerstoffversorgung im behandelten Gebiet.

Die Wirkstoffe gelangen aus diesem Depot gleichmäßig über einen längeren Zeitraum genau dorthin, wo sie gebraucht werden, auf der Kopfhaut bei den Haarfollikeln. Da die Wirkstoffe unter die Haut gespritzt werden, passieren sie die Hautschranke und erreichen den Raum zwischen den Zellen. Das regt den Stoffwechsel an und stimuliert die Zellregeneration. Zusätzlich werden durch die Mikrotraumata viele Abwehrzellen angezogen und die Kollagenese angekurbelt. Die Haarfollikel werden besser durchblutet und mit den Nährstoffen versorgt.

 

Wirkstoffe in der Mesotherapie

 

Wie die Mesotherapie wirkt, hängt wesentlich mit der verwendeten Wirkstoffkombination zusammen. Auf dem Markt gibt es inzwischen zahlreiche Fertigmischungen für unterschiedliche Anwendungen, die erfahrene Ärzt:innen auch individuell mischen können. Eine Mischung unterschiedlicher, hochwirksamer Substanzen führt zu einer verbesserten Durchblutung der Kopfhaut sowie zu einer optimalen Versorgung der Haarwurzeln. Substanzen, die man bei der Mesotherapie häufig verwendet, sind beispielsweise Vitamine, Aminosäuren, Co-Enzyme oder Hyaluronsäure sowie Antioxidantien.

Dieser Wirkstoffcocktail ist der eine große Unterschied zwischen Mesotherapie und PRP.

 

Ablauf einer Mesotherapie

 

Wsa ist der Unterschid zwischen Mesotherapie und PRP? Flüssigkeit wird in Kopfhaut injiziert
Sowohl bei Mesotherapie als auch bei der PRP-Behandlung injiziert man eine Wirk-Flüssigkeit in die Kopfhaut

Zu Beginn der Mesotherapie steht ein Beratungsgespräch zwischen Ärzt:in und Patient:in. Dabei wird die Krankengeschichte erhoben, die aktuelle Situation begutachtet und die Ursache für den Haarverlust ergründet. Werden Medikamente zur Blutverdünnung eingenommen, sollte dies vor der Behandlung genau besprochen werden. Stellt sich die Mesotherapie als zielführende Behandlungskomponente heraus, folgt die eigentliche Therapie.

Zunächst reinigt man die zu behandelnden Stellen und desinfiziert sie. Anschließend wird mithilfe eines speziellen Mesoinjektors die speziell abgestimmte Wirkstoffkombination in regelmäßigen Abständen in die mittlere Schicht der Kopfhaut eingebracht. Die Sitzung dauert je nach Größe des Behandlungsgebiets zwischen 10 und 30 Minuten. Wegen der verwendeten feinen Nadeln ist die Prozedur nahezu schmerzfrei. Eine Massage im Anschluss sorgt für Entspannung und eine optimale Verteilung der Wirksubstanzen.

Die Haare sollten man während der ersten zwei Tage nach der Mesotherapie besser nicht waschen. Die Kopfhaut wirkt bereits kurz nach der Anwendung deutlich frischer, besser durchblutet und weniger schuppig. Bis sich der erste Haarwuchs beobachten lässt, dauert es in der Regel nur wenige Wochen.

 

Behandlungsdauer

 

Die Anzahl der Mesotherapie-Sitzungen richtet sich immer nach dem gewünschten Ziel und den körperlichen Voraussetzungen der Patient:in. Lebensstil, Umweltfaktoren und Pflege haben Einfluss auf die Behandlungsdauer und das zu erwartende Ergebnis.

Es werden mehrere Sitzungen (ungefähr 4) im Abstand von ca. 2 Wochen empfohlen. Danach erfolgen zwei weitere Behandlungen mit vier Wochen Abstand. Damit das Ergebnis dauerhaft anhält, empfehle ich alle drei bis sechs Monate eine erneute Mesotherapie.

Die Abstände zwischen den einzelnen Behandlungen sind der zweite große Unterschied zwischen der Mesotherapie und PRP.

 

Nebenwirkungen

 

Da die Wirkstoffe nur in einem kleinen Areal des Körpers angewendet werden, kommt es bei der Mesotherapie selten zu Nebenwirkungen.

Mögliche Nebenwirkungen:

  • blaue Flecken (Hämatome) an den Einstichstellen
  • Kratzspuren auf der Haut
  • leichte Rötung
  • Schwellung der Haut
  • allergische Reaktion auf die verwendeten Wirkstoffe

Von einer Mesotherapie rate ich bei akuten Entzündungen der Haut wie Herpes-Infektionen sowie während Schwangerschaft und Stillzeit ab.

 

Was ist eine PRP-Therapie?

Die PRP-Therapie steht für „Plättchen reiches Plasma“ (platelet rich plasma). Dabei wird der Patient:in zunächst Blut entnommen und zentrifugiert. Das Plasma trennt sich von den roten Blutkörperchen. Im Plasma kommt es zu einer erhöhten Konzentration Blutplättchen mit Freisetzung von Wachstumsfaktoren. Das Plasma wird mit einer Pistole 2 bis 3 Millimeter tief in die Kopfhaut gespritzt.

Zentrifuge mit Serum-Röhrchen
Für die PRP-Behandlung wird Blut abgenommen und zentrifugiert

Bei welchen Arten von Haarausfall ist eine PRP-Therapie sinnvoll?

 

Nach bisherigen Studien können vor allem der androgenetische und der kreisrunde Haarausfall mit der PRP-Therapie behandelt werden. Zudem ist die Behandlung im frühen Verlauf des Haarausfalls am erfolgreichsten.

Auch zur Ergänzung einer Haartransplantation ist sie geeignet. Wichtig ist nur, dass die jeweiligen Haarwurzeln noch nicht abgestorben sind. Da die injizierte Lösung aus natürlichen Wirkstoffen besteht und gut verträglich ist, ist sie in der Regel auch für Allergiker:innen geeignet.

 

Wirkung der PRP-Therapie

 

Die Wirkung ist ähnlich wie bei der Mesotherapie:

  • Die winzigen Einstiche in das Kopfhaut fördern eine bessere Durchblutung und die Sauerstoffversorgung der Kopfhaut und der Haarwurzeln.
  • Die Wirkstoffe gelangen aus diesem Depot gleichmäßig über einen längeren Zeitraum genau dorthin, auf der Kopfhaut bei den Haarfollikeln.
  • Zell-Stoffwechseln und -Regeneration werden angekurbelt.
  • Mikrotraumata fördern die Mikrozirkulation der Haut und die Kollagenese,

Das Plasma bewirkt an den Haarwurzeln eine bessere Durchblutung und somit eine Stimulation. Eigenblut regt quasi den Haarwachstum an.

 

Wirkstoffe

 

Bei einer PRP-Behandlung verwendet man nur körpereigene Substanzen sprich Blutplasma der Patient:in.

 

Ablauf einer PRP-Behandlung

 

Auch zu Beginn dieser Behandlung führt man ein Beratungsgespräch zwischen Ärzt:in und Patient:in durch. Auch hier erhebt man eine Anamnese, schaut sich die Kopfhaut und Haare genau an und untersucht mögliche Ursachen für den Haarausfall.

Zunächst nimmt man der Patient:in Blut ab und zentrifugiert dieses, um Blutkörperchen von der Blutflüssigkeit (Plsma) zu trennen. Das Plasma benutzt man zur PRP-Behandlung.

Dann reinigt und desinfiziert man die zu behandelnden Stellen. Anschließend spritzt man mithilfe des Mesoinjektors oder mit feinen Nadeln das Plasma in regelmäßigen Abständen in die mittlere Schicht der Kopfhaut ein. Auch hier dauert die Sitzung je nach Größe des Behandlungsgebiets zwischen 10 und 30 Minuten.

 

Behandlungsdauer

 

Die Therapie führt man zunächst im Abstand von einem Monat dreimalig durch. Bei Erfolg frischt man wird nach sechs Monaten auf. Bei fortschreitendem Haarausfall geht man von regelmäßigen Auffrischungsbehandlungen aus. Wie oft ist unklar bzw. sehr individuell.

 

Nebenwirkungen

 

Die Nebenwirkungen einer PRP-Behandlung sind ähnlich wie bei der Mesotherapie. Durch die notwendige Blutabnahme kann es zu blauen Flecken an der Entnahmestelle kommen. Allerdings treten keine allergische Reaktionen auf, da es sich um einen körpereigenen Wirkstoffcocktail handelt.

 

Was ist der Unterschied zwischen Mesotherapie und einer PRP?

Der Unterschied zwischen den beiden Behandlungsformen Mesotherapie und PRP besteht hauptsächlich in der Zusammensetzung der Wirksubstanzen und in den Behandlungsabständen. Beide Behandlungsformen haben mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede.

Das Lesen dieses Artikels ersetzt keinen Ärzt:innen-Besuch.

 

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Fotos Dr. Susanne Ermert-Roth

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